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Personal- und Outdoor-Training: im Interview mit Kerstin von livefit-anywhere.com

Livefit-Anywhere-Kerstin1Sie hat mehrere Jahre in San Francisco und Melbourne gelebt, trainiert und studiert.

Heute ist sie Personal- und Outdoor-Trainerin in München.

Es freut mich heute Kerstin Goldstein von livefit-anywhere.com im Interview begrüßen zu dürfen.

1. Hallo Kerstin. Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview nimmst. Stelle dich doch bitte einmal meinen Lesern vor.

Sehr gerne, vielen Dank für die Einladung 🙂

Ich bin Fitness- und Ernährungscoach und habe meine Arbeit vor kurzem ins Internet „verlegt“. Bis vor nicht allzu langer Zeit hatte ich ein eigenes Fitnessstudio für Frauen in München, wollte aber gerne eine berufliche Veränderung und daher coache ich jetzt sportwillige und ernährungswissbegierige Frauen online.

Ich mache nebenbei noch Personal Training und Outdoor Training in München und Umgebung.

2. Du betreibst einen Blog zu den Themen Ernährung, Sport und Reisen. Wie kam es dazu?

Ich habe eine Website auf der ich meine Philosophie über Fitness und Ernährung präsentiere und Interessierten eine Möglichkeit gebe, sich über mich und meine Arbeit zu informieren.

Der Blog ist noch im Aufbau, da ich meistens damit beschäftigt bin Kunden zu coachen damit sie fitter und gesünder werden. Da ich gerne reise und wandern gehe, fließen diese Erfahrungen in meinen Blog mit ein.

3. Du reist viel in der Welt umher. Was fasziniert dich so daran?

livefit-anywhere Beachworkout-Taghazout

Das ist richtig, ich liebe es unterwegs zu sein.

Irgendwann werde ich meine Sachen packen und mal für ein Jahr um die Welt reisen. Ideen dazu habe ich schon. Aber momentan habe ich eine homebase (München) und reise, wann immer es mir möglich ist. Ziemlich oft übers Wochenende, aber auch mehrmals im Jahr für ein paar Wochen an die unterschiedlichsten Orte.

Von Norwegen bis Südafrika und von Brasilien bis Australien bin ich überall leidenschaftlich gerne unterwegs.

Was ich mir nicht vorstellen kann ist dauerhaft unterwegs zu sein. Viele digitale Nomaden brechen ihre Zelte auf unbegrenzte Zeit ab und reisen dann durch die Welt. Ich habe gerne ein Zuhause, verlege wenn dann lieber gleich meinen Lebensmittelpunkt in ein anderes Land, was ich auch schon zweimal gemacht habe.

Ich war von 2001 – 2005 in San Francisco und von 2005 – 2007 in Melbourne und habe in beiden Ländern sowohl studiert als auch in mehreren Fitnessstudios als Trainerin, Kursleiterin und Teamleiterin gearbeitet. Das ist eher mein Ding, dass ich dann für eine sehr lange Zeit eine neue Lebensart kennen lernen kann.

Ich bin mir sicher, in absehbarer Zeit bin ich wieder für längere Zeit in einem anderen Land.

Es fasziniert mich in andere Kulturen einzutauchen, Locals kennen zu lernen und sie über ihr Leben und ihre Traditionen „auszuquetschen“. Ich bin einfach ein neugieriger Typ (im positiven Sinne).

Ich finde es wahnsinnig spannend in anderen Ländern in Fitnessstudios zu gehen. Ich habe es schon geschafft eine Stunde nach meiner Ankunft in Johannesburg, noch auf dem Weg zum Hotel, an einem Studio zu halten und zu fragen, ob ich mich umschauen darf 😉

Meine liebste Beschäftigung im Ausland ist es allerdings Supermärkte zu besuchen. Klingt eigentlich verrückt, mein Mann bekommt auch jedes Mal die Krise mit mir, wenn ich wieder einen ansteuere obwohl wir gar nichts brauchen.

Aber ich liebe es in anderen Ländern im Supermarkt zu stöbern und zu schauen was es dort an Lebensmitteln gibt und wie dort gekocht wird.

4. Wie sieht für dich eine gesunde Ernährung aus? Welche sind deine TOP 11 gesunden Lebensmittel?

Gesunde Ernährung sieht für mich so aus, dass ich mir nichts verbiete, nur weil es „ungesund“ ist. Denn sobald man ein Verbot ausspricht, dann kann man nur noch an diese eine Sache denken.

Besser ist es sich möglichst viel Wissen über Ernährung anzueignen, um dann ganz bewusste Entscheidungen zu treffen.

Wenn ich dann bei einer Feier ein Tiramisu esse, dann weiß ich, dass das nicht wirklich gesund ist, aber das ist auch ok, denn ich habe ganz bewusst entschieden, dass ich das essen möchte.

Wenn ich etwas zu essen kaufe, ein Rezept durchlese oder mir im Restaurant etwas bestelle, dann teile ich das Rezept / die Speisekarte unterbewusst sofort in „gesund und gut für mich“ und „ungesund und bringt mich nicht weiter“ ein. Und danach koche oder bestelle ich dann auch.

In der Regel koche und bestelle ich die Sachen, die ich als „gesund“ einordne, ab und an aber auch ganz bewusst etwas „ungesundes“.

Aber wie gesagt, es geht mir im Umgang mit Ernährung stark um das Bewusstsein was man tut und was man isst.

Meine liebsten „gesunden“ Lebensmittel sind in ungeordneter Reihenfolge: alles an

  1. Obst
  2. Gemüse
  3. Quinoa
  4. Tempeh
  5. Haferflocken
  6. Kokos- Reismilch
  7. Tofu in allen Variationen
  8. Chai Tee
  9. Vollkornbrot
  10. Sesamöl
  11. Zimt

5. Dein Lieblings-Fitness-Rezept?

Oje, das ändert sich alle Nase lang.

Ich habe nicht DAS Lieblingsrezept, denn ich koche sehr selten das gleiche Rezept zweimal. Was es allerdings oft bei mir gibt, ist ein warmer Salat. Ich dünste alles mögliche an Gemüse und Tofu in der Pfanne mit etwas Kokosöl an und dann mische ich das warme Gemüse mit grünem Salat, Kresse, Tomaten und Salatsoße.

Der Inhalt von meinem warmen Salat ist jedes Mal anders, je nachdem was ich gerade zuhause habe und was meine Bio-Lieferkiste gerade gebracht hat.

Salat-mit-Nektarinen

Das Foto ist bei meinem letzten BBQ entstanden. Dafür habe ich Nektarinen und Paprika geschnitten, auf den Grill gelegt für ein paar Minuten und dann mit Salat und Tomaten gemischt.

6. Sport zum Abnehmen: welche Sportart eignet sich deiner Meinung nach am besten zum Abnehmen?

Da kann man sich drüber streiten. Bei Kunden ist es mir wichtig zu erfahren welches Niveau sie haben, gibt es Verletzungen, wie fit ist die Person derzeit, hat sie sportliche Erfahrungen oder noch nie was gemacht. Nicht jedes gehypte Abnehmtraining passt zu jedem Kunden.

Die Person die bisher noch nicht viel Sport gemacht hat, nimmt ja auch schon ab wenn ich ihr den Spaß am Sport vermitteln kann und sie regelmäßig Bewegung in ihren Alltag einbaut.

Ich habe z.B. eine Kundin mit der ich seit einiger Zeit face-to-face Personal Training mache. Sie hat früher nie gerne Sport gemacht, aber seit unserem gemeinsamen Training hat sie so viel Freude daran und Ehrgeiz entwickelt, dass sie nun sportliche Sachen in ihrer Freizeit macht, die sie früher nie für möglich gehalten hat.

Sie war bisher noch nicht bereit etwas größeres an ihrer Ernährung zu ändern, aber allein die Tatsache, dass sie sich intensiv regelmäßig bewegt, hat schon einiges an ihrem Gewicht geändert. Für mich ist also der „Spaß“ das Wichtigste dass man dabei bleibt und überhaupt was tut. Denn nicht jede Kundin hat die Zeit und den Ehrgeiz 5x pro Woche für je 2 Stunden zu trainieren.

Wenn wir den Fitnesszustand der Kundin außen vor lassen, dann bin ich ein großer Freund von Tabata und HIIT Trainings, also Powertrainings, Boot Camps und anspruchsvollen Sachen.

Eine Mischung aus Ausdauertraining und intensivem Krafttraining mit geringen Pausen ist für mich das optimale Training zum Abnehmen. Nur wie gesagt, das passt nicht für jeden.

Anm. v. Fabian: berechne in nicht mal 30 Sekunden dein optimales 300 Kalorien-Defizit und erhalte einen für dich optimierten Ernährungsplan (kostenlos als Sofort-Download):

Geschlecht

Alter
Grösse (cm)
Gewicht (kg)
Aktivitätslevel

7. Deine Lieblings-Fitness-Übung?

Mit meinen fortgeschrittenen Kundinnen mache ich im Training gerne diese Übung: in den Seitstütz kommen, oberen Arm und Bein anheben und den Ellenbogen zum Knie ziehen. 

Ich persönlich trainiere gerne mit Faszienrollen, ich nutze sie sowohl zum Rollen als auch für Übungen.

Eine Übung die ich sehr gerne mag, weil sie Gleichgewicht, Core-Muskulatur und Koordination fordert ist diese hier: Rückenlage auf der Rolle, Beine anheben und Fahrrad fahren. Falls möglich einen Arm dabei zur Decke strecken.

8. Stichwort Motivation: deine 5 besten Motivationstipps, wenn man mal keine Lust zum Sport hast?

  1. Habe dein Ziel stets vor Augen.
  2. Wenn du weist wofür und warum du trainierst, dann findest du auch Zeit dafür, dann setzt du deine Prioritäten danach.
  3. „Auch Kleinvieh macht Mist“, übersetzt: auch eine kurze Sporteinheit bringt dir etwas für deine Gesundheit.
  4. Wenn dein innerer Schweinehund dich absolut vom Sport abhalten und aufs Sofa ziehen will, geh mit ihm eine Runde Gassi, also gehe zügig eine Runde spazieren, dann gib ihm an diesem Tag Ruhe aber mache mit ihm sofort einen Deal, dass er am nächsten Tag zum Training besser parat steht.
  5. Visualisiere das Gefühl, das du nach deiner letzten Trainingseinheit hattest wo du dich danach richtig genial gefühlt hast und wünsche dir dieses Gefühl zu erneuern.

9. Low Carb, High Carb, Low Fat, vegan, vegetarisch und Co. Was hältst du von verschiedenen Ernährungsformen?

Ernährung ist so unterschiedlich wie es Menschen gibt.

Es gibt nicht die eine richtige Ernährung, es gibt nur die, die für dich persönlich passt. Was für mich perfekt ist, passt zu jemand anderem vielleicht gar nicht. Von daher haben alle Ernährungsformen ihre Berechtigung, aber nur eine oder zwei passen zu mir.

Ich kann meine Kundinnen auch nur überzeugend beraten, wenn ich von etwas selbst überzeugt bin.

Jemand der sich vorwiegend Low Carb oder mit viel Fleisch und Fertiggerichten ernährt, in den kann ich mich nicht gut hineinversetzen und folglich auch nicht optimal beraten. 

Ich persönlich ernähre mich vorwiegend rein pflanzlich, wann immer ich kann und falls es nicht möglich ist, dann vegetarisch.

In vielen Restaurants oder bei Einladungen ist es derzeit noch nicht möglich außer Salat etwas veganes zu bekommen. Dann bin ich auch flexibel genug eine vegetarische Variante zu wählen.

Ich versuche Zucker und Weißmehl zum Großteil in meiner Ernährung zu vermeiden, bin aber nicht dogmatisch dabei. Ich mag einfach keine Verbote.

10. Zucker: wird er zurecht oftmals an den Pranger gestellt oder ist das voll überzogen?

livefit-anywhere Supermarkt-Marokko

Ich finde, dass die Gesellschaft im Allgemeinen heutzutage viel zu viel Zucker isst.

Überall ist er drin und zumeist versteckt, so dass der Laie keine Ahnung hat wie viel Zucker er sich tatsächlich antut. Wenn ich sehe wie viel Zucker in die meisten Kuchenrezepte reinkommt, da wird mir echt schlecht dabei.

Die meisten Leute haben so einen übergroßen Zuckergeschmack, dass sie natürliche ungesüßte Nahrungsmittel als sauer empfinden.

Ich bin aber davon überzeugt und weiß aus eigener Erfahrung, dass man seine Süßschwelle, also wie viel Zucker man in einer Speise oder einem Getränk als angenehm empfindet, ändern kann, wenn man Schritt für Schritt Zucker reduziert oder mal für ein paar Wochen komplett weglässt.

Ich habe schon ein paar Mal für mehrere Wochen komplett ohne Zucker gelebt und das ist wirklich nicht schwer, wenn man sich ausgewogen ernährt.

Das Empfinden für Zucker wird geändert und man fühlt sich mit einer ungesüßten Erdbeere sehr zufrieden.

11. Die für dich 3 größten Ernährungslügen?

Damit trete ich bestimmt einigen deiner Leser auf den Schlips, aber es ist meine persönliche Meinung:

  1. Fleisch ist ein Stück Lebenskraft
  2. Milch enthält wertvolles Kalzium
  3. Iss Fisch denn du brauchst Omega 3

12. Vielen Dank für deine Zeit. Nun erzähle doch meinen Lesern mehr über deinen Blog/Angebot. Auf was können sich meine Leser bei dir freuen?

Auf meiner Website www.livefit-anywhere.com udn Facebookseite www.facebook.com/livefitanywhere kann man sich über mein Angebot informieren und mich für Fitness- und Ernährungscoaching buchen.

Ich erstelle individuelle Trainingspläne die zur Kundin passen und Spaß machen. Mit dem Trainingsplan kann sie überall trainieren, egal wo sie gerade ist (zuhause, im Hotel, im Park, im Fitnessstudio). Mit ihrem Trainingsplan lasse ich sie nicht alleine, sondern wir sehen uns zu Beginn unserer Zusammenarbeit mehrmals über Skype und gehen die Übungen zusammen durch. So lange ich die Kundin betreue, erhält sie jeden Monat einen neuen Trainingsplan von mir, den wir jedes Mal wieder über Skype zusammen durchgehen.

Und dazwischen sprechen wir uns online „live“ jede Woche oder alle 14 Tage, um Fortschritte zu feiern oder ich „trete ihr sanft in den Hintern“, weil sie ihr Training hat schleifen lassen. Ich bin quasi diejenige die für die Accountability zuständig ist, die die Zuverlässigkeit und Regelmäßigkeit beim Training anspornt.

Jede Kundin ist anders und ich bin immer gespannt welche Personen sich bei mir melden und welche Herausforderungen ich mit ihnen gemeinsam meistern darf 🙂


Vielen Dank an dieser Stelle an Kerstin für das tolle Interview!

 

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