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9 Lügen, die Veganer gerne erzählen

vegane lügenIn den letzten Jahren steigt die Nachfrage nach veganen Produkten kontinuierlich an.

Laut Schätzungen leben weltweit rund 1 Milliarde Menschen vegan/ vegetarisch.

In Deutschland sind es ca. 7,8 Millionen Vegetarier und 900.000 Veganer, täglich steigt die Zahl bei den Vegetariern um schätzungsweise 2.000 und bei Veganern um 200 an1.

Die meisten Menschen tun dies aus den folgenden Gründen:

  • das Wohl der Gesundheit
  • Tierquälerei und Massentierhaltung einschränken und ein Zeichen setzen

Ich persönlich finde es sehr bewundernswert, einer bestimmten Lebensweise und Ideologie nachzugehen und hierfür auf vieles zu verzichten. Meinen Respekt an diese willensstarken und (hoffentlich) überzeugten Menschen.

Die Frage die ich mir oft stelle ist:

Sind Veganer wirklich vom Veganismus überzeugt und wissen mit Sicherheit, dass ihre Ernährungsform die beste ist? Leben sie diese Ernährungsform zu 100 % GERNE und macht es ihnen nichts aus, auf Lebensmittel tierischen Ursprungs zu verzichten?

Damit du mich nicht falsch verstehst: ich habe nichts gegen Veganismus, ich reduziere selbst meinen Fleischkonsum und achte darauf, wo ich Lebensmittel kaufe, aus welcher Region sie stammen usw.

Allerdings habe ich oft das Gefühl, dass (neue) Veganer oft voreilig durch die rosarote Brille sehen und den Veganismus als DIE beste und gesündeste Ernährungsform überhaupt ansehen.

9 Lügen habe ich entlarvt, die gerne von Veganern behauptet werden.

1. Vegane Lebensmittel haben mehr Eiweiß als tierische

Die empfohlene Tagesration Eiweiß liegt bei 0,93 g pro Kilo Körpergewicht (Empfehlung der University of Texas Medical Branch2). Bei einem 80 Kilogramm Mann entspricht dies 74 g Eiweiß, bei einer 55 Kilo Frau 51 g Eiweiß pro Tag.

Bei einer üblichen Ernährungsform nehmen wir Eiweiß vor allem durch den Verzehr von Fleisch, Eiern und Fisch auf.

Veganer behaupten oftmals nun, dass pflanzliche Lebensmittel oftmals eiweißreicher als Fleisch und Co. sind.

Sehen wir uns hierzu einmal folgende Lebensmittel an (ich habe bewusst bei beiden Ernährungsformen sehr eiweißreiche Lebensmittel ausgewählt, es soll schließlich auch fair sein).

Die Lebensmittel beziehen sich hierbei immer auf 100 g.

Pflanzlich:

  1. Tofu: 32 g
  2. Linsen: 25 g
  3. Seitan: 25 g
  4. Chia-Samen: 21 g
  5. Quinoa: 8 g

Tierisch:

  1. Parmesan: 35 g
  2. Fitness-Käse Vita Vital: 35 g
  3. Rindersteak: 30 g
  4. Schwarzwälder Schinken: 26 g
  5. Thunfisch: 25 g

Du siehst: es ist ein Kopf-an-Kopfrennen, ich habe allerdings mehr eiweißreiche tierische Lebensmittel gefunden als vegane.

Habe ich ein eiweißreiches veganes Lebensmittel übersehen? Dann schreib es in das Kommentarfeld.

Lesetipp: 3 Gemüse die Bauchfett bekämpfen

2. Es sterben keine Tiere

Das wäre natürlich sehr schön, wenn das so wäre. Aber so ist es leider nicht.

Es sterben auch Tiere durch die Herstellung veganer Lebensmittel.

Die amerikanische Landwirtschaftsbehörde hatte für das Jahr 2014/2015 prognostiziert, eine 31,5 Hektar große Anbaufläche für Sojabohnen zu verwenden, um eine Rekordernte von 95,5 Millionen Tonnen zu erzielen (31,5 Hektar entspricht 315.000 qm, umgerechnet 45 Fußballfelder).

vegane lügen soja

Die USA sind neben Brasilien der zweitgrößte Anbauer von Sojabohnen weltweit.

Vor allem der steigende Sojaanbau in Brasilien macht einen nachdenklich, da hier Anbauflächen überwiegend nur durch Rodung des Regenwaldes entstehen können: dadurch sterben Tiere.

Derzeit sind 38 Spezies im Regenwald vom Aussterben bedroht.

Zudem spielt der Regenwald eine wichtige Rolle beim Treibhauseffekt: mit seinen mehr als 80.000 Pflanzenarten absorbiert er jährlich 2,2 Milliarden Tonnen Kohlendioxid und bremst damit die Erderwärmung.

Zwar werden nur rund 6 % der angebauten Sojabohnen für vegane Lebensmittel wie Tofu verwendet und der Großteil der Sojabohnen für Tierfutter: es ändert trotzdem nichts an der Tatsache, dass auch für vegane Produkte Tiere sterben – auch wenn es „nur“ ein verhältnismäßig kleiner Anteil ist.

Ein „reines Gewissen“ braucht man also nicht haben und der Meinung sein, dass bei einer veganen Ernährungsform keine Tiere sterben. Aber man kann davon ausgehen, dass weniger Tiere sterben.

3. Wir wären auch ohne Fleisch so fortgeschritten wie jetzt

Das Energiegewebe unseres Gehirns ist im Vergleich ca. 16x so groß wie die Skelettmuskulatur. Genau hierfür braucht der Mensch energiereiche Nahrung, wie tierische Lebensmittel (bspw. Fleisch).

Das Wachstum unseres Gehirns verdanken wir also dem Fleisch.

Der Anthropologe William Leonard führt die Entwicklung und Fortschritt des Menschen auf einen Kettenreaktion zurück: der Verzehr energiereicher Kost wie bspw. Fleisch begünstigte das Gehirnwachstum, das führte zu Lernfähigkeit und einem komplexeren Sozialleben.

Hieraus entstanden neuartige Jagdwerkzeuge und –techniken. Dadurch wurde die Kettenreaktion stetig erneut ausgelöst, da aufgrund innovativem Jagdwerkzeug mehr Tiere gejagt und der Fleisch- und Fischkonsum erhöht werden konnte. Das führte erneut zu mehr Gehirnwachstum usw.

vegane lügen fortschritt

Ich möchte nicht ausschließen, dass ein Fortschritt nur mit tierischen Lebensmitteln möglich ist.

Wir sollten uns aber die Frage stellen, ob wir ohne tierische Lebensmittel heute wirklich da wären, wo wir jetzt sind.

Der bekannte Evolutionsbiologe und Autor Josef Reichholf geht davon aus, dass wir ohne energiereiche Kost wie Fleisch heute nur nähere Verwandte des Schimpansen wären und nicht fortschrittliche Menschen.

Lesetipp: das schlimmste Lebensmittel, das dein Gehirn schädigt

4. Veganer erhalten alle nötigen Nährstoffe durch pflanzliche Nahrung

Viele Veganer nehmen zu wenig Vitamin D und Vitamin B12 zu sich.

Vitamin B12 wirkt sich in fast allen Bereichen auf unsere Gesundheit aus.

Essen wir tierische Lebensmittel wie bsp. Fisch, Fleisch, Milchprodukte oder auch Eier, nehmen wir Vitamin B12 zu uns. In pflanzlichen Nahrungsmitteln ist dies kaum enthalten.

Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu einer ganzen Reihe von Erkrankungen führen wie Müdigkeit, Depressionen, Nervenschäden, Blutarmut etc.

Vitamin D beeinflusst den Ab- und Aufbau unserer Knochenmasse. Ein Mangel an Vitamin D kann zu Osteoporose führen.

Vitamin D stärkt zudem das Immunsystem und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Rund 75 % – 90 % des täglichen Vitamin D Bedarfs nehmen wir über die Haut durch ultraviolettes Licht auf, die restliche Menge muss über die Nahrung aufgenommen werden.

Tierische Lebensmittel wie bspw. Eier, Makrelen, Lachs oder Gorgonzola sind reich an Vitamin D, daher kann ich auch mein Eiweißbrot empfehlen, in welchem 8 Hühnereier enthalten sind.

Pflanzliche Lebensmittel enthalten dies zwar auch, allerdings weit unter dem Gehalt tierischer Lebensmittel.

5. Rotes Fleisch führt zu vermehrt Herzerkrankungen und Diabetes

Eine großangelegte Studie von Havard mit 1.218.380 Teilnehmern sowie eine europäische Studie mit 448.568 Teilnehmern, untersuchte diese Behauptung.

Es konnte kein Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und Diabetes festgestellt werden.

6. Veganer erkranken seltener an Krebs

Es ist ein Irrglaube zu denken, dass Veganer seltener an Krebs erkranken wie Fleischesser.

Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D senken das Risiko an Krebs zu erkranken – genau diese fehlen oftmals in pflanzlichen Lebensmitteln bzw. kommen hier nur in sehr geringen Mengen vor.

Tierische Lebensmittel sind oftmals reich an Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren.

7. Unsere Vorfahren ernährten sich vegan, also sollten wir das auch tun

Wir Menschen stammen vom Affen ab.

Ist es daher nicht logisch, dass wir uns wie unsere Vorfahren ernähren sollten?

Gorillas ernähren sich überwiegend pflanzlich und leiden einem Bericht der Huffington Post zufolge, weder an Diabetes, Herzerkrankungen noch sind sie fettleibig.

Veganer kommen daher zu dem Entschluss, dass vegane Ernährung die gesündeste ist.

Allerdings haben Gorillas einen längeren Verdauungstrakt als wir Menschen.

Um unseren menschlichen Körper bestmöglich zu versorgen, müssen wir größere Mengen Protein zu uns nehmen bzw. nährstoffreichere Lebensmittel.

8. Gesättigte Fettsäuren führen zu einem schlechten Cholesterinwert

Gesättigte Fettsäuren wie sie in Fleisch vorkommen, erhöhen das „gute“ HDL Cholesterin und sorgen nicht für einen schlechten Wert.

Zudem konnte in mehreren Studien nicht festgestellt werden, dass gesättigte Fettsäuren zu Herzerkrankungen führen.

Dies zeigte eine Studie des American Journal of Clinical Nutrition3 aus dem Jahr 2010 sowie eine Studie der Annals of Internal Medicine4 aus dem Jahr 2014.

Am Rande: das Märchen vom häufigen Verzehr von Hühnereiern und einem schlechten Cholesterinwert stimmt nicht. Der beste Beweis bin ich selbst.

9. Vegane Lebensmittel sind günstiger als tierische

Nun gut: wenn ich mich nur von Karotten ernähren würde, dann stimmt diese Behauptung sogar.

Betrachten wir das Ganze im „normalen“ Rahmen und gehen nicht ins Extreme.

So esse ich bspw. auch nicht jeden Tag Rinderfilet und Kaviar. Ich denke du weißt, was ich meine.

Ich habe mir bei Amazon bzw. Edeka ein paar Lebensmittel herausgesucht und habe diese mit herkömmlichen Lebensmitteln verglichen:

Beispiel 1:

  • veganer Brotaufstrich 100 g => 1,74 Euro
  • Kräuterfrischkäse 100 g => 0,59 Euro

Beispiel 2:

  • vegane Nuss-Nougat-Creme 100 g => 2,23 Euro
  • übliche Nuss-Nougat-Creme 100 g => 0,57 Euro

Beispiel 3:

  • vegane Mayonaise 100 ml => 1,20 Euro
  • übliche Mayonaise 100 ml => 0,56 Euro

Ich habe hier bewusst typische vegane Lebensmittel mit tierischen Lebensmitteln verglichen, schließlich kann ich nicht Karotten mit Karotten vergleichen 🙂

Fazit

Ich bin kein Ernährungswissenschaftler, kann aber sehr gut Studien analysieren.

Setzt man sich fortlaufend mit Themen wie Ernährung, Fitness und Co. auseinander, vergrößert man auch sein Wissen.

Das sollte man auch, die Zeit ist ständig im Wandel und neue Erkenntnisse in der Forschung erblicken täglich das Licht der Welt. Dies wirft oftmals auch ein neues Licht auf bekannte Studien.

Wurde früher in den 70er und 80ern „Fett“ als Dickmacher an den Pranger gestellt wurden, sind es bereits seit längerem einfache Kohlenhydrate: früher Low Fat, heute Low Carb.

Meine persönliche Meinung: es geht nicht um „richtig“ oder „falsch“, es geht letzten Endes darum, welchen Aussagen man mehr Glaubwürdigkeit schenkt und was einem mehr wert ist.

Ist dir ein längeres Leben mehr wert als ein glückliches Leben?

Natürlich gibt es Menschen die zu 100 % hinter „ihrer“ veganen Ernährung stehen, diese mit Leib und Seele leben und tierischen Lebensmitteln kein bisschen nachtrauern. Diese Menschen bewundere ich aufgrund ihres Willens.

Ein gutes Beispiel ist meine Interviewpartnerin Katharina Schwind.

Ich möchte an dieser Stelle zu den Menschen sprechen, die sich ein Stückweit zu einer bestimmten Ernährungs- / Lebensform zwingen und sich einreden, das Richtige zu tun und ihr Gewissen beruhigen („Wegen mir sterben keine Tiere“).

Diese Menschen sehnen sich (hin und wieder) nach tierischen Lebensmitteln.

Ist das gesund? Wenn man sich nach etwas sehnt und dauerhaft darauf verzichtet?

Ich denke nicht.

In diesem Fall kämpfst du mit dir selbst – und das kann nicht gesund sein.

Ein weiteres Beispiel: Zucker ist nicht gesund und setzt leicht als Bauch- und Hüftfett an, das weißt du genau so gut wie ich.

Soll ich aber deshalb für immer und ewig auf Schokoladeneis im Sommer verzichten? Genau das ist es, was doch das Leben auch lebenswert macht: sich etwas gönnen.

Gesundheit wird nicht (nur) an guten Blutwerten, gesunden Organen und Co. gemessen sondern vor allem an einem gesunden und glücklichen Geist. Und wenn uns eine Kugel Schokoladeneis, ein Cheat Day oder auch mal ein Bierchen gut tut, wieso dann darauf verzichten?

Denke darüber nach…

Flacher Bauch Tipp

 

Bildernachweis:

CandyBoxImages / clipdealer.de twinlili  / Martin Gebhardt  / Gaby Stein  / Sebastian Karkus  / Peter Röhl  / pixelio.de

  • Michael sagt:

    Der Mensch stammt übrigens nicht vom Affen ab. Sie habe lediglich die gleichen Vorfahren. Im entfernten Sinne sind Mensch und Affe "verwandt"!

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