STJ

Mehrwertige Alkohole? Das sind sie und das solltest du wissen

Wer auf den Verpackungen von Lebensmitteln auf den Begriff „Mehrwertige Alkohole“ stößt, denkt zuerst an üblichen Alkohol. So ging es auch mir, als ich auf einem Päckchen Kaugummi etwas von Mehrwertigen Alkoholen las.

Was es genau damit auf sich hat und warum sie mit unserem typischen Trinkalkohol nichts zu tun haben, erfährst du in diesem Artikel.

Mehrwertige Alkohole

Mehrwertige Alkohole sind sog. Zuckeraustauschstoffe, also Süßstoffe und zählen zu den Kohlenhydraten.

Sie haben mit dem bekannten Trinkalkohol (=Ethylalkohol) allerdings nichts zu tun.

Nur, wie erkennst du ob in einem Lebensmittel Zuckeraustauschstoffe enthalten sind?

Hierzu reicht ein Blick auf die Verpackung und die Zutatenliste, auf welcher Mehrwertige Alkohole als E-Nummern aufgelistet werden. In der EU zugelassen sind folgende Zuckeraustauschstoffe:

  • E 420 Sorbit
  • E 421 Mannit
  • E 953 Isomalt
  • E 965 Maltit
  • E 966 Lactit
  • E 967 Xylit
  • E 968 Erythrit

Aber aufgepasst: nicht jeder Süßstoff zählt zu den Mehrwertigen Alkohole.

Zuckeraustauschstoffe süßen Lebensmittel, sind in diesem Sinne also „Süßstoffe“. Allerdings sind nicht alle Süßstoffe gleichzeitig Mehrwertige Alkohole. So ist bspw. das in Light-Getränken oft verwendete Süßstoff Aspartam lediglich ein Süßstoff.

Der Unterschied: Zuckeraustauschstoffe werden aus Stärke (Zucker) gewonnen und liefern im Vergleich zu herkömmlichen Süßstoffen wie bspw. Aspartam 2,4 Kalorien pro Gramm. Zuckeraustauschstoffe sind somit auch Energielieferanten.

Des Weiteren wirken Zusatzaustauschstoffe bei vermehrtem Verzehr abführend, Süßstoffe nicht (dazu gleich mehr).

Mehrwertige Alkohole in Lebensmitteln

Mehrwertige Alkohole kommen überwiegend in kalorienreduzierten und zuckerfreien Süßwaren wie Desserts, Gebäck, Marmelade, Kaugummis und Co. vor und verleihen den Lebensmitteln ihre Süße.

Aber nicht nur als Süßungsmittel werden sie verwendet: so werden sie bspw. auch als Feuchthaltemittel in unterschiedlichen Lebensmitteln eingesetzt wie in Mayonnaise und Senf. Dadurch werden die Lebensmittel vor dem Austrocknen geschützt.

Diese Eigenschaft machen sich im Übrigen auch Zahnpastas und Kosmetikartikel zunutze: auch hier werden Zuckeraustauschstoffe eingesetzt, um sie vor Austrocknung zu schützen.

Vorsicht bei Fructoseintoleranz!

Leidest du unter einer Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fructoseintoleranz), solltest du bei Lebensmitteln auch auf zugesetzte Mehrwertige Alkohole achten.

So wird bspw. der Zuckeraustauschstoff Sorbit im Körper zu Fructose verstoffwechselt. Insbesondere bei Kaugummis und Bonbons solltest du ein wachsames Auge haben…

Mehrwertige Alkohole und der Blutzucker

Mehrwertige Alkohole unterscheiden sich als Zuckeralkohole vom herkömmlichem Zucker in deren chemischen Struktur.

Daher haben mehrwertige Alkohole keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel (Stichwort Insulin & Heißhungerattacken). Wie bereits erwähnt liefern sie pro Gramm gerade einmal 2,4 Kalorien und somit weniger als üblicher Haushaltszucker (einzige Ausnahme: Erythrit mit 0 Kalorien pro Gramm).

Da es sich bei Mehrwertigen Alkoholen nicht um Zucker handelt, fördern diese somit auch nicht Karies. Zuckeralkohole kommen überwiegend in Gemüse und Obst vor, so unter anderem in der Frucht der Eberesche (Vogelbeeren), in Äpfeln, Aprikosen, Birnen, Pfirsichen und Pflaumen.

Auch in getrockneten Früchten sind sie enthalten, teilweise sogar die 5-fache Menge.

Doch woher kommen die großen Mengen Zuckeraustauschstoffe für die vielen Lebensmittel?

Dazu jetzt die Antwort…

Industrielle Gewinnung von Mehrwertigen Alkohole

Industriell werden Mehrwertige Alkohole vor allem aus Weizen- und Maisstärke gewonnen, so bspw. Sorbit aus der Basis von Glucose (Traubenzucker).

Sind Mehrwertige Alkohole ungesund?

Ungesund sind Mehrwertige Alkohole nicht.

Bestehen Lebensmittel allerdings zu mehr als 10 % aus Mehrwertigen Alkoholen, muss dies auf der Verpackung mit dem Hinweis „kann bei übermäßigen Verzehr abführend wirken“ gekennzeichnet sein, da Mehrwertige Alkohole in großen Mengen zu Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen führen kann.

Zudem begünstigen Mehrwertige Alkohole eine Fettleber und die Störung des Fettstoffwechsels, so Prof. Hellmut Mehnert.

Fazit:

Wenn du etwas Süßes möchtest, musst du nicht immer zwangsweise auf herkömmlichen ungesunden Zucker setzen, sondern kannst auch Alternativen wie bspw. Lebensmittel mit Zuckeraustauschstoffen auf deinen Ernährungsplan schreiben.

Was hältst du davon?

Flacher Bauch Tipp

 

Artikel teilen 

2 Kommentare zu “Mehrwertige Alkohole? Das sind sie und das solltest du wissen

  1. Pingback: Eiweißbrot selber backen in 10 Minuten (+ 16 Rezepte)

  2. Pingback: Alternativen zum Alkohol trinken: die TOP 40 alkoholfreien Getränke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.