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Gezielt den Körper formen und gesund ernähren: im Interview mit Anke Weber

Anke Weber BodybuildingBodybuilding zählt mit zu den bekanntesten Sportarten überhaupt. 

Aber nicht erst seitdem Arnold Schwarzenegger zum erfolgreichsten Bodybuilder aller Zeiten wurde.

Auch Frauen gibt es unter Ihnen, die Bodybuilder sind. 

Aber Vorsicht: Bodybuilding ist nicht das was jeder denkt. Was es genau damit auf sich hat und wie du dich gesund ernährst und deinen Körper gezielt in Form bringst, erfährst du in meinem heutigen Interview mit Anke Weber.

1. Hallo Anke. Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview nimmst. Stelle dich doch bitte einmal meinen Lesern vor.

Hallo Fabian! Mein Name ist Anke Weber. Ich bin verheiratet und Mutter zweier Mädchen. Ich bin Ernährungsberaterin und Sport- und Fitnessbloggerin.

Sport gehörte schon immer zu meinem Leben. Ich habe schon mit knapp 3 Jahren das erste Mal auf Skiern gestanden und bin mit meiner Mutter zum Kinderturnen gegangen. Es folgten viele unterschiedliche Sportarten wie Tischtennis, Handball, Teakwondo, Ju-Jutsu, Bodybuilding und Tennis. Letzteres habe ich schließlich auf Leistungsniveau gespielt.

Nach einer kaufmännischen Ausbildung habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und habe eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin gemacht und berate meine Kunden umfassend zum Thema Sport und Ernährung.

2. In deinem Blog dreht es sich um die Themen Sport, Bodybuilding und Ernährung. Wie kam es dazu?

Mit 18 Jahren lernte ich einen Bodybuilder kennen (und lieben).

Mich faszinierte dieser Sport von Anfang an. Ich war überrascht, wie sehr man seine Figur durch die richtigen Kombination aus Gewichtstraining und der passenden Ernährung nach seinen persönlichen Wünschen gestalten kann. Mein damaliger Freund lebte mir den Lifestyle vor und infizierte mich mit dem Fitnessvirus.

Die ersten Monate trainierte ich in einem kleinen Fitnessräumchen in unserer Dorfturnhalle. Man sah zwar zunächst keine großen Veränderungen, aber ich spürte schnell körperliche Fortschritte.

Meine Muskelspannung war höher, ich hatte mehr Energie und Power im Alltag und mein Selbstbewusstsein stieg.

Ich meldete mich in einem Fitnessstudio an und trainierte in den folgenden 11 Jahren bis zu meiner ersten Schwangerschaft sehr regelmäßig und ambitioniert. Im Studio bekam ich sehr viel Unterstützung von anderen begeisterten Kraftsportlern. Je mehr Muskeln ich aufbaute, desto größer wurde der Stellenwert für die passende Ernährung.

Ich verschlang ein Buch nach dem anderen, sprach mit vielen anderen Sportlern über deren Erfahrungen und testete viele Ernährungsformen bei mir selber aus. Schließlich beriet ich Freunde und Studiokollegen bei Ernährungsfragen. Seit dieser Zeit sind Sport und Ernährung meine große Leidenschaft und ich liebe es mein Wissen an Interessierte weiterzugeben!

Mich fasziniert die Tatsache, dass man mit der passenden Ernährung seine gesamte Körperzusammensetzung selbst steuern kann.

Es hilft nicht 5 Mal in der Woche zum Sport zu gehen, stundenlanges Cardiotraining zu machen; wenn die Ernährung nicht dazu passt, wird man keine Fortschritte machen.

Ist die Ernährung optimal kann man seinen Körper nach eigenen Wünschen formen und gestalten… ein sehr spannendes Thema!

Damit auch andere von meinem Wissen profitieren können, habe ich Anfang diesen Jahres meinen Blog ins Leben gerufen. Ich hoffe auf viele interessierte Leser und darauf, anderen Menschen dabei zu helfen weiter Fortschritte zu machen!

Wer es ganz persönlich wünscht, der hat die Möglichkeit von mir ein direktes Onlinecoaching zu den Themen Sport und Ernährung zu bekommen.

Ich bin über einen gewünschten Zeitraum online per Chat und WhatsApp erreichbar und beantworte auftauchende Fragen, schreibe bei Bedarf Trainings- und Ernährungspläne.

3. Du bist Bodybuilderin und schreibst, dass es hierbei um mehr als Muskelberge geht. Was genau ist für dich Bodybuilding und warum sollten auch meine Leser damit starten?

Bodybuilding ist ein Lifestyle!

Viele schrecken bei dem Wort „Bodybuilding“ zurück. Sie stellen sich Männer und Frauen mit riesigen Muskelbergen vor. Den wenigsten gefällt das. Zudem hängen den klassischen Bodybuildern üble Vorurteile nach.

Bodybuilding heißt aber ins Deutsche übersetzt nichts anderes als „den Körper formen“.

Es ist also ein fantastischer Sport um seinen Körper nach eigenen Wünschen zu formen und zu gestalten. Jeder hat ganz eigene Ziele und Vorstellungen vom eigenen Körper.

Um diese Ziele zu erreichen eignet sich „Bodybuilding“ ganz hervorragend, weil es Sport und Ernährung zusammenbringt und ein ganz neues Körperbewusstsein schafft.

4. Welche Top 5 Übungen absolvierst du regelmäßig beim Training und kannst du meinen Lesern empfehlen?

Da ich schon sehr lange trainiere sind meine Übungen teilweise recht speziell.

Ich trainiere viele Muskelgruppen isoliert, weil ich in bestimmten Körperbereichen noch etwas aufbauen möchte, mit anderen Bereichen aber schon zufrieden bin. Anfängern empfehle ich immer sich auf die Grundübungen zu konzentrieren.

Das sind ganz klassisches Bankdrücken (gibt es auch sitzend an der Maschine) für die Brust, Latziehen am Kabelzug für den Rücken und Beinpresse oder Ausfallschritte mit Kurzhanteln für die Beine und einen knackigen Po. Weitere Übungen kommen dann nach und nach dazu.

Wichtig ist dabei einen guten Trainer an der Seite zu haben, der einem über die Schulter schaut und auf die korrekte Ausführung achtet.

Der zweite wichtige Punkt sind die passenden Gewichte! Immer wieder sehe ich, vor allem Frauen, die nahezu ohne Gewichte trainieren. Die häufigsten Gründe dafür sind – die Angst davor „Muskelberge“ zu bekommen  oder einfach – Hemmungen davor an körperliche Grenzen zu gehen. Aber genau das ist falsch!

Die Erfolge werden ausbleiben und es wird früher oder später frustriert aufgegeben.

Meine klare Botschaft also: trainiere korrekt, trainiere konzentriert (ohne Handy, Gespräche und Bücher), gehe an Deine Grenzen! Dann fühlst Du Dich gut und machst schnell Fortschritte!

5. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Welche Top 10 Lebensmittel sind für dich die wichtigsten in einer gut-sortierten Fitnessküche?

Haha… da gibt es den Klassiker

1. Magerquark

Magerquark sättigt gut, enthält hochwertige Eiweiße, die den Körper über einen längeren Zeitraum mit wichtigen Aminosäuren (den Bestandteilen der Eiweiße) versorgen, er enthält wenig Fett und verhindert Heißhungerattacken, da er den Insulinspiegel nur wenig beeinflusst. Und zu guter Letzt: man kann ihn geschmacklich sehr vielfältig zubereiten!

2. Geflügelfleisch (selbstverständlich ohne Panade!)

Es enthält viel hochwertiges Eiweiß und wenig Fett.

3. Lachs

Er enthält ebenfalls sehr hochwertiges Eiweiß und zudem äußerst gesunde Omega 3 Fette. Ein gutes Verhältnis von Omega 3 zu Omega 6 Fettsäuren im Körper beeinflussen den Cholesterinspiegel vorteilhaft und senken das Risiko für viele Erkrankungen (vor allem Herz- Kreislauferkrankungen).

Die meisten Menschen haben ein sehr schlechtes Verhältnis von Omega 3 zu Omega 6 Fettsäuren im Körper.

4. Leinöl

Das einzige (mir bekannte) Öl, welches mehr Omega 3 als Omega 6 Fettsäuren hat und daher in keiner kalten Küche fehlen darf! Achtung: bitte keinesfalls erhitzen!

5. Kartoffeln

Sie enthalten gute Eiweiße, hochwertige, komplexe Kohlenhydrate und sind lange sättigend

6. Eier

Auch hier wieder: gute Fette, hochwertiges Eiweiß, viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Zudem sind sie hartgekocht ein praktischer Snack für zwischendurch. (Anm. v. Fabian: Lesetipp "Eier und das böse Cholesterin?")

7. Gemüse im allgemeinen

Bunt gemischt enthält es viele Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe für einen gut funktionierenden Stoffwechsel. Es füllt den Magen und beeinflusst den Insulinspiegel wenig

8. Avocado

Sehr gute Fette, Mineralstoffe und Vitamine, ein guter Geschmacksträger und Ersatz für die Butter auf dem Brot. Es eignet sich zudem hervorragend zum Backen.

9. Obst

Viele wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Bitte unterschätzt nicht die Wichtigkeit von Obst!

Wer Angst vor einem schnellen Insulinanstieg hat, der mischt es sich einfach in den Quark. Wer die Kalorien scheut, der sollte lieber an anderer Stelle sparen!

10. Haferflocken!!!

Ein praktischer Alleskönner: sie enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, sind lange sättigend, ballaststoffreich und geschmacklich extrem variabel zuzubereiten. Sie sind extrem günstig und unkompliziert zu lagern. Man kann sie warm oder kalt zubereiten, …

Anm. v. Fabian: berechne hier dein optimales Kaloriendefizit und erhalte einen für dich zugeschnittenen Ernährungsplan (kostenlos als Sofort-Download):

Geschlecht

Alter
Grösse (cm)
Gewicht (kg)
Aktivitätslevel

6. Und welche 5 Lebensmittel sollten möglichst gemieden werden?

Anke Weber Bodybuilding 21. Würste im Allgemeinen

Sie enthalten in der Regel zu viel schlechtes Fett, zu viel Salz und künstliche Zusatzstoffe

2. Nudeln

Sie liefern viel Energie (Kalorien) und relativ wenige Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Die meisten Menschen essen während einer Mahlzeit zu viel davon.

3. Chips

Zu viel ungesundes Fett, teilweise stark Acrylamid belastet, viel Salz, nahezu vitamin- und mineralstofffrei, einmal angefangen, können die meisten Menschen nur schwer wieder aufhören und essen dadurch deutlich über Ihren Bedarf.

4. Paniertes Essen

Die Panade saugt bei der Zubereitung in der Pfanne sehr viel Fett auf. In der meisten Panade findet man wieder viel Salz, künstliche Zutaten und Geschmacksverstärker. Sie sättigt nicht und liefert keine wertvollen Inhaltsstoffe.

5. Diätprodukte

Ich sehe den Trend „weiteressen wie bisher, aber mit Diätprodukten“ sehr kritisch!

Zum einen wird so kein gesundes Essverhalten erlernt und zum anderen werden von den Diätprodukten dann oftmals dafür mehr gegessen, was das Hüftgold weiter wachsen lässt.

Kalorien lassen sich selten dadurch sparen, denn weniger Fett bedeutet meistens mehr Zucker und umgekehrt. Die einzigen Diätprodukte, zu denen ich meinen Kunden rate sind fettreduzierte Milchprodukte.

7. Dein Lieblings-Rezept in der Kategorie „gesund“ + „Bodybuilding“?

Mein selbst kreierter Obstauflauf. Fettarm, eiweißreich, vitaminreich, süß, sündenfrei und variabel. Das Rezept findet Ihr demnächst auf meiner Homepage: http://blog.gesunderappetit.de/category/rezepte/schlemmen-ohne-reue/

8. In meinem Blog dreht sich vieles ums Thema Abnehmen. Wie würdest du einem übergewichtigen Menschen der abnehmen möchte, empfehlen, mit dem Abnehmen zu starten?

1. sofort starten! (Wer ab Montag startet legt vorher oftmals noch völlig überflüssige Fresstage ein)

2. alle Getränke durch Wasser und (Kräuter-) Tee ersetzen

3. ganz viel Trinken

4. mindestens 8 Stunden Schlaf pro Nacht

5. mehr Bewegung in den Alltag integrieren

6. sich einen Sportart suchen, die Spaß macht

7. keine radikalen Verzichte

8. realistische Ziele setzen und konkret aufschreiben

9. mit Spaß, Neugierde und Offenheit das Projekt „Traumkörper“ angehen

10. sein handeln nicht von anderen abhängig machen!

11. nicht davor zurückschrecken sich Hilfe und Unterstützer zu suchen!

9. Als Ernährungsberaterin hast du sicherlich mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun. Was sind die häufigsten Fehler in deren Ernährung und wie kann man diese korrigieren?

  • die meisten Menschen wollen zu viel in zu kurzer Zeit! Nehmt Euch die Zeit die Ihr braucht um auch langfristig erfolgreich zu sein!
  • die meisten glauben, je größer der Verzicht, die Qualen, desto erfolgreicher ist die Abnahme. Das ist aber Quatsch. Man muss nur geschickt bei der Lebensmittelauswahl sein.
  • die falsche Einstellung: Eine Diät macht keinen Spaß… statt die Einstellung: „ich baue mir jetzt meinen Traumkörper“
  • Gewohnheiten (immer vorm Fernseher, immer nach dem Essen, …)
  • zu viel lesen, statt anfangen
  • im Prinzip habe ich darüber bereits einen mehrteiligen Bericht geschrieben (Dinge, die du meiden solltest)

10. Als Mutter zweier Töchter musstest du wahrscheinlich auch den Sport zeitweise hinten anstellen. Wie werden junge Mütter nach der Entbindung wieder schnell fit?

Nach Rücksprache mit der Hebamme (bez. der Rückbildung) so früh wie möglich wieder viel Bewegung in den Alltag integrieren.

Zudem gehören auch Kinder viel an die frische Luft. Also: raus, raus, raus!

Zunächst mit Kinderwagen spazieren, dann geht auch joggen oder, wer kann auch inlinern.

Es gibt auch Babyschalen für Fahrradanhänger. Oder Baby ins Tragetuch oder in die Tragehilfe und spazieren gehen. Die Übungen, die Du in den Rückbildungskursen gezeigt bekommst auch konsequent zu Hause durchführen!

Später können Babys auch in vielen Studios mitgenommen werden, entweder gibt es eine Betreuung oder das Baby schläft im MaxiCosi daneben.

Es gibt tolle YouTubevideos für ein Training zu Hause. Wer will findet Wege… !

11. Gibt es bestimmte Routinen in deinem Alltag, denen du regelmäßig nachgehst und deiner Gesundheit gut tun? Wenn ja, um welche Routinen handelt es sich?

  1. ich nehme mir regelmäßig eine Ausszeit zum Nachdenken und Gedanken sortieren. Da reichen wenige Minuten am Tag.
  2. ich nehme mich ernst und trainiere nach Plan, auch wenn ich mal keine Lust habe
  3. bevor es ins Training geht, trinke ich fast immer einen Kaffee schwarz. Das ist meine mentale Vorbereitung und ein Booster zugleich.

12. Vielen Dank für deine Zeit. Nun erzähle doch meinen Lesern mehr über deinen Blog. Auf was können sich meine Leser bei dir freuen?

Auf meinem Blog blog.gesunderappetit.de findet Ihr ganz viele Informationen rund um das Thema Ernährung und Sport.

Ich spreche Probleme an und versuche durch meine Art zum selbst Handeln zu motivieren. Meine Rezepte sind alle ohne künstliche Zusatzstoffe, dabei aber proteinreich und fettarm.

Man kann im Internet viel darüber lesen, wie man „theoretisch“ zum Traumkörper kommt. Ich versuche realistische Tipps zu geben. Dadurch, dass ich auch bei Facebook vertreten bin, kann man mir unkompliziert Fragen stellen, die ich in der Regel auch schnell beantworte.

Ich versuche nach und nach die Themen zu behandeln, die bewegen. Dabei versuche ich verständlich zu formulieren und meine Tipps zu begründen und Fachwörter zu erklären.

Wer einfach ein bisschen fitter werden möchte, findet genauso Antworten, wie ambitionierte „Bodybuilder“

Ich freue mich sehr über viele Leser und hoffe sehr, dass Ihr mich darin unterstützt bekannter zu werden und meine Beiträge fleißig teilt.

Vielen Dank für die Einladung zum Interview… es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Deine Fragen zu beantworten. An die Leser, wie immer: Wer noch Fragen oder Ideen, Hinweise hat, kann mir gerne, jederzeit schreiben! Wer eine persönliche Beratung wünscht, bekommt die auch gerne bei mir unter kontakt@gesunderappetit.de.


Vielen Dank an dieser Stelle an Anke für das tolle Interview!

Interview-Tipp: lies jetzt mein ergänzendes Interview mit Mr. Turbostoffwechsel Prof. Dr. Ingo Froböse

 

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